Schulische Bildung. Gemeinschaftlich lernen!

Das deutsche Bildungswesen ist hochgradig ausgrenzend. Die soziale Herkunft eines Kindes entscheidet in hohem Maße über seine Zukunftschancen. Ungerecht ist die Selektionspraxis, weil die Chance eines Kindes aus einem Elternhaus mit höherem Bildungsabschluss eine Gymnasialempfehlung zu bekommen, höher ist als das eines ArbeiterInnenkindes mit gleicher Leistung. Zusätzlich trägt die frühe Selektion bereits zur Spaltung der Gesellschaft bei, indem Kinder aus besser gestellten Elternhäusern vorwiegend unter sich bleiben und mit den weniger verdienenden Schichten der Bevölkerung kaum mehr Umgang haben. Diese unfaire Selektion wird mit einer Leistungsideologie verschleiert, die den Tatsachen in keinster Weise entspricht.

Damit soll nicht nur die sozial ungerechte Selektion verhindert, sondern auch ein Beitrag zum sozialen Zusammenhalt geleistet werden. Eine Binnendifferenzierung bietet allen Kindern und Jugendlichen gemäß ihrer Neigungen und ihrer Lerngeschwindigkeiten eine individuelle Förderung, die sie benötigen, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hierbei geht es um unterschiedliche Begabungen, Lernbedürfnisse und Interessen der SchülerInnen, die zu berücksichtigen sind.

Das zeigt der Umstand, dass die Gymnasien und Realschulen restlos überlaufen sind. Nicht nur, dass diese Schulen die hohen Nachfragen nicht tragen können, die sogenannten „Mittelschulen“ werden dadurch zu Restschulen degradiert, die eben nicht von allen gemeinschaftlich besucht werden, sondern nur von denen, die es nicht an die anderen weiterführenden Schulen geschafft haben. Die Bildungssysteme in den skandinavischen Ländern bieten hervorragende Beispiele dafür, dass „eine Schule für alle“ funktionieren kann. Die Binnendifferenzierung lässt den Vorwurf der „Gleichmacherei“ ins Leere laufen.



Bildung hat einen Eigenwert und ist kein Kostenfaktor. Wie viel Gewicht der Bildung von der Politik eingeräumt wird, ist an den beklagenswerten Zuständen an den Ingolstädter Schulen mit dem bloßen Auge ablesbar. Es ist die Aufgabe der Stadt, allen Kindern und Jugendlichen ein angemessenes Lernumfeld zu garantieren. Dazu gehört der weitere Ausbau von Ganztagsschulen, einschließlich Freizeiträumen und Mensen. Es darf nicht sein, dass Schulen aus Geldmangel gezwungen sind, auf 1-Euro-JobberInnen, Ehrenamtliche und prekär Beschäftigte zurückzugreifen, um garantierte Schulzeiten und ausreichende Betreuung zu realisieren. Es gibt nichts Wichtigeres als Bildung – stattdessen werden in Ingolstadt Großprojekte wie das Kongresszentrum mit stadteigenen Geldern finanziert, die für die Sanierung von Schulgebäuden und deren Infrastruktur eingesetzt werden könnten! Weil Landespolitik beim Themen Bildung versagt, muss aus der Kommune Druck aufgebaut werden.

  • für einen Schulentwicklungsplan, der eine „Schule für alle“ vordenkt.
  • für ein kostenfreies Mittagessen in den Schulmensen.
  • für eine Fortentwicklung von bedarfsgerechten Freizeiträumen und Mensen an Ingolstädter Ganztagsschulen.
  • für mehr Stellen für SozialpädagogInnen, um mehr Kompetenzen durch Fachpersonal aus Bereichen wie z.B. Psychologische Logopädie und Lerntherapie zu ermöglichen und das Lehrpersonal zu entlasten sowie die pädagogische Kompetenz an den Schulen insgesamt zu verbessern.
  • für eine kindgerechte Ausstattung der Schulhöfe, die ein reichhaltiges Angebot an Freizeit- und Spielmöglichkeiten bieten.
  • für eine bessere Instandhaltung der sanitären Anlagen und damit einhergehend einen dauerhaften Sanierungsplan, der für eine nachhaltige Verbesserung der Zustände führt.
  • für eine bessere Finanzierung der Schulen im gebundenen Ganztag. Bisher fördert das Land diese Schulen nur unzureichend mit einem geringen Sockelbetrag. Der Rest muss vom Träger, in diesem Fall von der Stadt, finanziert werden. Der Ingolstädter Stadtrat muss gemeinsam mit den anderen Kommunen den Druck auf die Landesregierung erhöhen, um eine bessere und gerechtere Finanzierung zu ermöglichen.
  • für mehr inklusive sexuelle und gendergerechte Aufklärung an den Schulen, um die Diversität der Lebensstile frühzeitig zu vermitteln und Akzeptanz zu fördern. Dazu gehört auch, die Gendersensibilität der LehrerInnen zu schulen.
  • gegen den Sanierungsstau an Ingolstädter Schulen.
  • Weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit.
  • Sprachförderprogramme durch qualifizierte Fachkräfte für alle Kinder, die hierfür Bedarf haben.
  • Ausreichende Ausstattung der Schulen mit Lehr- und Lernmitteln. 
  • Regelmäßige Anpassung der Geldmittel für die Lernmittelfreiheit an die Inflationsrate.
  • Kinder und Jugendliche aus Haushalten mit geringem Einkommen brauchen finanzielle Unterstützung bei den Ausgaben für Kindergarten und Schule (von Gummistiefeln und Vespertasche bis zur Teilnahme an der Klassenfahrt)
  • Mehr LehrersInnenstellen. Lehrkräfte entlasten, indem mehr Personal für die Wartung von technischen Geräten durch die Kommune eingestellt wird.
  • Kostenfreies WLAN und Zugang zum Internet an Schulen.
  • Kostenfreie SchülerInnenbeförderung ist Bestandteil des freien Zugangs zur Bildung.
  • Kostenfreie Früh- und Spätbetreuung für Grundschulkinder.
  • Eine Vernetzungsstelle zwischen Schulprojekten und Kultureinrichtungen, bzw. Kulturschaffenden zur Förderung der Kommunikation von Schulen untereinander und mit verschiedensten kulturellen Einrichtungen in Ingolstadt.
  • Absolutes Halteverbot vor allen Schulen (außer Lieferverkehr) 
  • Bio-Zertifizierung aller Kantinen/Mensen